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So viele Namen. Glossar wissenschaftlicher Textsorten

Das folgende Glossar erläutert wichtige wissenschaftliche Textsorten. Weiß man, was sich hinter den oft kryptischen Namen verbirgt, dann lässt sich z.B. die bei einer bibliographischen Recherche ermittelte Literatur leichter einschätzen und ihre Relevanz für das jeweilige Thema bestimmen. Das Minus-Zeichen steht für eher veraltete, heute nicht mehr so oft benutzte Bezeichnungen.

 

Abrégé: (frz.) Abriss; kurze prägnante Darstellung in überschaubarer Form (-)

Abstract: (engl.) Zusammenfassung; in Zeitschriften den Aufsätzen entweder vorangestellt oder im Heft hinten aufgeführt. Vermittelt eine raschen Überblick über die Themen- bzw. Problemstellung und die wichtigsten Ergebnisse. Vgl. auch summary

Almanach: ursprüngl. (astronomisch-astrologischer) Kalender. Heute u. a. Verlags-Alamanch: Verlagsverzeichnis mit Leseproben der Neuerscheinungen oder Fachgebiets-Almanach. Fachgebiets-Almanache geben einen guten Überblick über die im Buchhandel erhältliche Literatur

Annalen: (lat.) Jahrbücher, chronologische Darstellung historischer Verläufe

Anthologie: (griech.) Blumenlese. Sammlung literarischer Texte unter bestimmten Gesichtspunkten, manchmal auch philosophischer oder wissenschaftlicher Prosa

Apologie: (lat.) Rechtfertigung. Rede oder Schrift zur Rechtfertigung oder Verteidigung einer Person oder Institution gegenüber Angriffen

Appendix: (lat.) Anhang eines Buches (Statistiken, Tabellen, Quellen, Karten)

Aufsatz: heute meist Sammelbezeichnung für kürzere wissenschaftliche Arbeiten, die in Fachzeitschriften, Sammelbänden, Jahrbüchern usw. veröffentlicht werden. (Technisch) schnellste Publikationsform, die heute allerdings abgelöst wird durch Publikationen im Internet.

Bericht: Berichte informieren und legen in der Regel Rechenschaft darüber ab, wer was mit welchem Ziel in welchem Zeitraum mit welchem Ergebnis gemacht hat. Typische Elemente eines Berichts sind Situationsanalyse, Chronologie der Tätigkeit, Darstellung der Ergebnisse, Dokumentation (Geschäftsbericht, Forschungsbericht, Werkstattbericht, Laborbericht).

Bibliographie: (griech.) Verzeichnis von Literaturnachweisen. Unverzichtbares Werkzeug wissenschaftlicher Arbeit. Unterschieden werden abgeschlossene und laufende (= in regelmäßigen Abständen erscheinende) Bibliographien.

Brevier: (lat.) ursprünglich Gebetbuch. Heute kurzes Verzeichnis; Sammlung wichtiger Stellen aus den Werken eines Autors.

Bulletin: (frz.) ursprünglich Tagesbericht. Heute Bestandteil im Titel von Periodika und allgemein für amtliche Verlautbarung.

Chrestomatie: (griech.) Wörtliche Bedeutung: Erlernen des Brauchbarsten. Sammlung von Texten für den Schulgebrauch.

Chronik: (griech.) zeitlich geordnete Darstellung historischer Ereignisse in größeren Zeiträumen

Diarium: (lat.) Tagebuch

Digest: (engl.) ursprünglich Sammlung von juristischen Schriften und Gerichtsentscheidungen. Heute Sammlung von zumeist schon veröffentlichten Texten in gekürzter Form.

Dissertation: (lat.) selbständige, schriftliche wissenschaftliche Arbeit über ein eingegrenztes Thema zur Erlangung der Doktorwürde.

Dokumentation: (lat.) Sammlung, Ordnung und Bereitstellung von Dokumenten; auch kommentarloser Abdruck von Dokumenten.

Enzyklopädie: (griech.) umfassende und übersichtliche Darstellung des theoretischen und praktischen Wissens einer Zeit oder eines Wissenschaftsgebietes. Enzyklopädien geben einen Überblick über das Fachgebiet, sie orientieren in der Breite des Faches.

Epitext: (griech.) Texte, die im Anschluß an ein Buch entstanden: Kritik, Rezension, Interview, Selbstkommentar.

Essay: (engl./frz.) kürzere Abhandlung über einen wissenschaftlichen Gegenstand, eine aktuelle Frage des geistigen, kulturellen oder sozialen Lebens in geistreicher und ästhetisch anspruchsvoller Form. Charakteristisch ist die bewußte Subjektivität der Auffassung.

Exkurs: (lat.) in einer wissenschaftlichen Abhandlung eine selbständige und in sich geschlossene, als Anhang beigefügte oder in den Text eingeschobene kürzere Abschweifung.

Exposé: (frz.) kurzer Entwurf zur Erläuterung einer Situation oder eines Planes; dient als Planungs- und Diskussionsgrundlage.

Exzerpt: (lat.) ein Auszug bestimmter Aspekte oder des Wesentlichen eines Buches oder Aufsatzes in eigenen Worten oder wortwörtlich zum Zweck des Lernens. Das wichtigste Verfahren früherer Wissenschaft.

Festschrift: Gelegenheitsschrift anlässlich eines bestimmten Ereignisses, besonders als Ehrung zum Geburtstag für einen hochbetagten Wissenschaftler von seinen Fachkollegen erstellt. Enthält wissenschaftliche Beiträge und eine Würdigung des Geehrten.

Glossar: (griech.) alphabetisch geordnetes Wörter- bzw. Begriffsverzeichnis, wie z. B. dieses, das Sie gerade lesen.

Handbuch: Zusammenfassung wesentlicher Erkenntnisse einer Wissenschaft. Handbücher geben in der Regel einen Überblick über die grundlegenden Frage- und Problemstellungen einer Disziplin und geben den Stand der Forschung (State of the Art) wieder.

Handout: (engl.) German new speak für alle Papers, Materialien, Zettel usw., die in Seminaren und Vorlesungen ausgegeben werden.

Hochschulschriften: in der Regel nicht veröffentlichte wissenschaftliche Arbeiten, die zur Erlangung eines akademischen Grades oder Titels verfasst wurden (Diplom-, Magisterarbeiten, Dissertationen, Habilitationsschriften)

Impressum: (lat.) Druckvermerke des Verlages zumeist auf der Rückseite der inneren Titelseite. Enthält Erscheinungsjahr, Auflagenzahl, Copyright, ISBN, Hinweise auf Herstellung. Für das wissenschaftliche Arbeiten sind Erscheinungsjahr und Auflage wichtig.

Index: (lat.) Inhaltsverzeichnis oder alphabetisches Stichwort-, Sach- oder Namensregister, nützlich um sich in Büchern rasch zu informieren.

Jahrbuch: periodisch erscheinende Veröffentlichungen bestimmter Institutionen mit Aufsätzen, Forschungsberichten, Bibliographien zu einem bestimmten Forschungsgebiet.

Kollektaneen: (lat.) Lesefrüchte. Sammlung von Zitaten aus verschiedenen Werken verschiedener Autoren.

Kommentar: (lat.) umgangssprachlich im Sinn von Bemerkung verwendet. In der Rechtswissenschaft die Auslegung eines Gesetzes; im Pressewesen die persönliche Stellungnahme, Bewertung von Ereignissen; allgemein die Erläuterung eines Textes bzw. Stellungnahme dazu.

Kompendium: (lat.) Ersparnis, Abkürzung. Kürzeres Handbuch zum Zwecke des Lernens (in der Medizin und in den Naturwissenschaften weit verbreitet).

Kompilation: (lat.) zusammenstoppeln. Zusammenstellung mehrerer wissenschaftlicher Quellen (-).

Konvolut: (lat.) Sammelband; mehrere in einem Einband gebundene oder auch nur zusammen verkäufliche Bücher, Schriften usw.

Marginalien: (lat.) gedruckte oder eigenhändig angebrachte Randbemerkungen neben einem Text.

Miszellen: (lat.) vermischte Schriften, kleine Beiträge vermischten Inhalts zu verschiedenen Werken eines Autors.

Monographie: (griech.) in sich geschlossene, möglichst umfassende Darstellung eines einzelnen wissenschaftlichen Gegenstandes.

Nomenklatur: (lat.) Namens-, Sach- oder Stichwortverzeichnis, Liste oder Gesamtheit der Fachausdrücke einer Wissenschaft (-).

Paratext: (lat.) Begleittext zu einem literarischen Werk (Titel, Vorwort(e), Widmungen, Anmerkungen usw.)

Prolegomena: (griech.) Vorbemerkungen, Vorrede, Vorwort, Einführung in die Ziele und Absichten eines Textes. Heute oft gebraucht im Sinne von ‘Einführung, Überlegungen, Vorstudien’.

Protokoll: (griech./lat.) Niederschrift einer Verhandlung, einer Diskussion oder eines Ereignisses im Verlauf (Verlaufsprotokoll) oder im Ergebnis (Ergebnisprotokoll).

Reallexikon: (lat.) Sachwörterbuch

Referat: (lat.) Arbeit über ein bestimmtes Thema, die mündlich vorgetragen wird. Zumeist eine Mischform aus Wiedergabe des Inhalts anderer Texte und persönlicher Stellungnahme. (Ein Referat halten; ein Referat schreiben).

Referateblatt: Bibliographie, in der die Titel kurz referiert werden.

Repetitorium: (lat.) wissenschaftliches Sammelwerk als methodisch-übersichtliche Zusammenfassung eines bestimmten, meist geschichtlich oder systematisch geordneten Stoffes zum Zweck des Nachschlagens oder Memorierens.

Rezension: (lat.) Buchbesprechung, Textkritik. Rezensionen der wissenschaftlichen Literatur werden erfaßt in: Internationale Bibliographie der Rezensionen wissenschaftlicher Literatur. (IBR) Osnabrück: Dietrich.

Summary: (engl.) Zusammenfassung, vgl. abstract

Supplement: (lat.) Ergänzungs-, Nachtragsband eines mehrbändigen Werkes.

Synopsis: (griech.) Zusammenstellung; vergleichende Übersicht mehrerer Texte zu einem Gegenstand, Problem.

Thesaurus: (griech.) Wort- oder Wissensschatz; Bezeichnung für ein umfassendes Wörterbuch als Sammelwerk aller Wörter einer Sprache oder einer Fachsprache.

Thesenpapier: (griech.) These=Setzung; Behauptung; ein Satz, der des Beweises bedarf. Ein Thesenpapier soll meist eine Diskussion anregen.

Traktat: (lat.) Abhandlung über ein Problem des geistigen, kulturellen oder allgemeinen Lebens; Darstellung eines Sachverhalts in meist tendenziöser Absicht.

Vademecum: (lat.) ‘Geh’mit mir’. Allgemein: Taschenbuch, Ratgeber, Wegweiser (-)

Volume: (engl.) Band eines mehrbändigen Werkes

aufgestellt: (schweizerdt.) lebendig, flink, flott, geschickt.
Oft in Anzeigen zu lesen: "Aufgestellte Saaltochter gesucht ..."

 

 

 

 

 

 



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